Das Projekt „Sandküste St. Peter-Ording“

Die Küstenlandschaft von St. Peter-Ording ist an der Festlandküste des Wattenmeeres einzigartig. Die Sandbänke, Salzwiesen, Dünen und der Wald sind nicht nur beeindruckende Natur, sondern sie sind auch Grundlage für die Erholung von vielen Menschen und schützen das Hinterland vor Überflutungen. Damit erbringt St. Peter-Ordings Natur wichtige „Ökosystemleistungen“ für die Menschen.

Gefahren für die Küstennatur – fremde Arten

Obwohl die Natur von St. Peter-Ording zu einem großen Teil bereits unter Schutz steht, gerät sie zunehmend unter Druck: Eingeschleppte Pflanzenarten wie die Traubenkirsche, die Kartoffelrose und das Kaktusmoos verdrängen heimische Arten. Zudem haben die Dünen an vielen Stellen ihre natürliche Strukturvielfalt verloren und werden zunehmend von Gehölzen überwachsen. Dadurch verlieren dünentypische Tierarten wie die bedrohte Zauneidechse und die Kreuzkröte ihren Lebensraum und werden immer seltener. Ohne Maßnahmen wird auch der Dünenwald durch die Folgen des Klimawandels zukünftig beeinträchtigt werden.

Bedrohung durch Meeresspiegelanstieg

Auf längere Sicht wird darüber hinaus der Meeresspiegel auf Grund des menschengemachten Klimawandels beschleunigt steigen. Als Folge könnten zunehmend höhere Fluten den Strand, die Salzwiesen und die Dünen zukünftig in ihrer Substanz gefährden.

Projektziel: Schutz der Küstennatur und Anpassung an den Klimawandel

Daher verstärkt das Projekt „Sandküste St. Peter-Ording“ die Anstrengungen zum Erhalt der Küstenlebensräume von St. Peter-Ording. Ziel ist es, den Zustand der Küstenlandschaft durch umfangreiche Naturschutzmaßnahmen zu verbessern und wichtige Voraussetzungen für eine Anpassung an den zukünftig beschleunigten Meeresspiegelanstieg zu schaffen.

Dünenschutz und Waldumbau

Als Naturschutzmaßnahmen sind im Projekt insbesondere Aktivitäten zur Aufwertung der Dünenlebensräumen von St. Peter-Ording geplant. Durch Zurückdrängen von standortfremden Arten, Erhöhung der Strukturvielfalt und Vernetzung der Dünenflächen untereinander sollen die Dünen mit ihren standorttypischen Tier- und Pflanzenarten gefördert werden. Behutsame Waldumbau-Maßnahmen bilden darüber hinaus die Grundlage für die langfristige Entwicklung eines klimaangepassten, standorttypischen und artenreichen Dünenwaldes.

Entwicklung der Sandbank und Anpassung an den Meeresspiegelanstieg

Im Hinblick auf die Anpassung an den zukünftig beschleunigten Meeresspiegelanstieg werden im Projekt die geomorphologische Entwicklung des St. Peter-Ording Sandes sowie das Schutzpotential der Dünen von St. Peter-Ording in einem unbedeichten Abschnitt erforscht. Ziel der wissenschaftlichen Forschungsarbeiten ist es, mögliche zukünftige Veränderungen durch den Meeresspiegelanstieg abzuschätzen und Vorschläge für naturbasierte Klimaanpassungsmaßnahmen zu entwickeln.

Beteiligung und Naturerlebnis

Die Projektmaßnahmen werden darüber hinaus durch ein breites Angebot an Informations-, Beteiligungs- und Erlebnisangebot begleitet, um die Küstennatur und die Projektarbeiten für die EinwohnerInnen und Gäste von St. Peter-Ording erlebbar zu machen.

Vielfältiges Team aus Projektpartnern

Das Projekt „Sandküste St. Peter-Ording“ hat eine Laufzeit von 2020 bis 2026 und wird durch fünf Projektpartner gemeinsam umgesetzt:

Finanzielle Unterstützung durch das Bundesprogramm Biologische Vielfalt sowie verschiedene Kooperationspartner

Das Projekt wird durch mehrere Förderer finanziell unterstützt:

  • Bundesamt für Naturschutz (BfN) aus Mitteln des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit (BMU)
  • Gemeinde St. Peter-Ording
  • Ministerium für Energiewende, Landwirtschaft, Umwelt, Natur und Digitalisierung des Landes Schleswig-Holstein (MELUND)
  • VR Bank Westküste

Zusätzlich unterstützen folgende weitere Kooperationspartner die Projektarbeit inhaltlich:

  • Kreis Nordfriesland mit seiner Unteren Naturschutzbehörde
  • Landesamt für Landwirtschaft, Umwelt und ländliche Räume des Landes Schleswig-Holstein (LLUR)
  • Landesbetrieb für Küstenschutz, Nationalpark und Meeresschutz Schleswig-Holstein (LKN.SH, mit Nationalpark- und Küstenschutzverwaltung)

Weitere Informationen folgen – die Webseite ist im Aufbau.