Fliegender Sanderling (c) Hans-Ulrich Rösner
Fliegender Sanderling (c) Hans-Ulrich Rösner

Hotspot der Artenvielfalt

© Martin Stock

Nationalpark und Weltnaturerbe Wattenmeer

Die Küste von St. Peter-Ording gehört großteils zum Wattenmeer. Das Wattenmeer ist in Deutschland durch drei Nationalparks geschützt und zusammen mit dem Wattenmeer der Nachbarländer als Weltnaturerbe anerkannt. Gleichzeitig verkörpert die Wattenmeer-Region ein hohes kulturelles Erbe und ist Lebensgrundlage vieler Menschen. Dabei sind viele Arbeitsplätze, vor allem im Tourismus, vom langfristigen Schutz und Erhalt des Wattenmeeres abhängig.

Fauna-Flora-Habitat (FFH)-Gebiet „Dünen St. Peter"

Der überwiegende Teil der binnendeichs gelegenen Dünenlebensräume gehört zum Schutzgebiet „Dünen St. Peter“ der europäischen Fauna-Flora-Habitat (FFH)-Richtlinie. Zusammen mit den westlich anschließenden Dünen des Nationalparks bildet das Gebiet die einzige größere Küstendünenlandschaft auf dem schleswig-holsteinischen Festland. Viele seltene, bedrohte Pflanzen- und Tierarten sandiger Küstenregionen sind dort heimisch. Diese Küstendünenlandschaft stellt einen Hotspot der Artenvielfalt dar

© Martin Stock

Vielfalt der Küstenlebensräume

Strand, Dünen, Salzwiesen und ein Dünenwald – diese Vielfalt der Küstenlebensräume ist an der Nordseeküste von Schleswig-Holstein einmalig. Sie ist gleichzeitig der Grund für die große Vielfalt an Tier- und Pflanzenarten, wodurch St. Peter-Ording zu einem echten „Hotspot der Artenvielfalt“ wird.

© Hans-Ulrich Rösner Wattenmeer Kein anderer Lebensraum an unserer Küste unterliegt so starken Veränderungen wie das Wattenmeer. Je zweimal täglich passen sich die Wattlebewesen bei Flut (Hochwasser) und Ebbe (Niedrigwasser) an verändernde Umgebungsbedingungen an. Besonders gut gelingt dies Bodenlebewesen wie Muscheln, Schnecken und Würmern (z.B. dem Wattwurm), die Nahrungsgrundlage für zahlreiche Vogelarten sind.

Watt ist übrigens nicht überall gleich: Man unterscheidet je nach Größe der Bodenpartikel Schlick-, Misch- und Sandwatt. An der „Sandküste“ von St. Peter-Ording findet man überwiegend Sand- und Mischwatt.
Außensand Der St. Peter-Ording-Sand ist eine mit dem Festland verbundene große Sandbank. Anders als die Außensände im nordfriesischen Wattenmeer (Süderoogsand, Norderoogsand, Japsand) kann der St. Peter-Ording-Sand nicht weiter nach Osten wandern. Trotzdem unterliegt auch der Sand von St. Peter-Ording kontinuierlichen Veränderungen. Seit den 1920er Jahren hat die Sandbank insgesamt an Größe gewonnen. Ihre grundsätzlichen Lage ist überwiegend gleich geblieben, wobei sich immer wieder mehrjährige Wachstums- und Erosionsphasen abgewechselt haben. Aktuell verlagert sich die Sandbank in der Mitte landeinwärts, während der Sand weiter nördlich bzw. südlich anwächst. © Hans-Ulrich Rösner Dünen außendeichs Seit den 1970er Jahren hat sich an der Ostseite des Außensandes aus kleinen Sandanhäufungen eine Kette aus hohen Weißdünen entwickelt. Diese Dünen haben mittlerweile eine Höhe von 11 Metern erreicht und verändern sich kontinuierlich weiter. Diese Dynamik macht Weißdünen zu einem besonderen Lebensraum, in dem nur spezialisierte Tier- und Pflanzenarten dauerhaft überleben können. Dünen sind zudem wichtig für den Küstenschutz: Während einer Sturmflut bieten die Weißdünen einen natürlichen Sturmflutschutz. Ein besonderer Vorteil: Dünenabbrüche können sich nach einer Sturmflut durch neuen Sandanflug sehr schnell wieder regenerieren. © Annkatrin Weber Salzwiese mit Priel Zwischen den alten Dünen und den vorgelagerten Sandbänken befinden sich Salzwiesen (bzw. „Sand-Salzmarschen“) mit weitgehend natürlichen Prielstrukturen sowie mehrere Strandseen. Die Übergänge von den Salzwiesen hin zu Dünenvegetation, Trockenrasen, Schilfröhrichten, Weidengebüschen und Feuchtgrünland weisen einen herausragenden Artenreichtum auf, an den landesweit höchstens die Vielfalt in den Salzwiesen auf einigen der Wattenmeerinseln heranreicht. © Martin Stock Deich Die Ortslage von St. Peter-Ording ist durch Deiche geschützt. Dabei wechseln sich Deiche mit einer Asphaltoberfläche sowie „grüne“ Deiche mit einer Überflächenvegetation, z. B. aus Gräsern und Klee, ab. Davon werden einige Abschnitte beweidet. Eine weitere Besonderheit: Im Ortsteils Bad übernimmt kein Deich, sondern das Dünensystem Maleens Knoll den Schutz vor Überflutungen des Hinterlandes. © Annkatrin Weber Dünen binnendeichs Landeinwärts hinter dem Deich liegen Grau- und Braundünen. Sie stellen ein älteres Stadium im Entwicklungsprozess von Dünen dar. Sie entwickeln sich aus Weißdünen, wenn mit der Zeit der Sandanflug abnimmt, sich eine dichte Vegetationsdecke bildet und sich abgestorbenes Pflanzenmaterial im Boden ansammelt. Durch die Aufforstung und die Ortsentwicklung sind heutzutage nur noch wenige dieser ursprünglich vorhandenen Dünenflächen vorhanden. Zum Erhalt dieser Dünenflächen setzt das Projekt „Sandküste“ umfangreiche Naturschutzmaßnahmen um. © Annkatrin Weber Dünenwald Ein Dünenwald stellt normalerweise die letzte Stufe im Entwicklungsprozess einer Düne dar. In St. Peter-Ording ist der Dünenwald jedoch nicht natürlich entstanden, sondern entstand im Rahmen von Aufforstungen seit 1864. Ziel der Aufforstungen war es u.a., die Siedlungen und Landwirtschaftsflächen vor Sandflug aus den Dünen zu schützen. Dazu pflanzte man zunächst standortfremde Schwarzkiefern, dann Bergkiefern, Pappeln, Birken, Erlen und einige Eichen. Insbesondere die standorttypische Eiche konnte sich jedoch nicht durchsetzen, weshalb der Dünenwald von St. Peter-Ording weiterhin ein Nadelwald mit Schwarz- und Bergkiefern ist. © Annkatrin Weber Wattenmeer | | | | | | | Dünen außendeichs
Außensand
Salzwiese mit Priel Deich Dünen binnendeichs
Dünenwald | © Rabe Landschaften

© Martin Stock Wattenmeer Kein anderer Lebensraum an unserer Küste unterliegt so starken Veränderungen wie das Wattenmeer. Je zweimal täglich passen sich die Wattlebewesen bei Flut (Hochwasser) und Ebbe (Niedrigwasser) an verändernde Umgebungsbedingungen anpassen. Besonders gut gelingt dies Bodenlebewesen wie Muscheln, Schnecken und Würmern (z.B. dem Wattwurm), die Nahrungsgrundlage für zahlreiche Vogelarten sind. Watt ist nicht überall gleich. Man unterscheidet je nach Größe der Bodenpartikel Schlick-, Misch- und Sandwatt. An der „Sandküste“ von St. Peter-Ording findet man überwiegend Sand- und Mischwatt. Außensand Der St. Peter-Ording-Sand ist eine mit dem Festland verbundene große Sandbank. Anders als die Außensände im nordfriesischen Wattenmeer (Süderoogsand, Norderoogsand, Japsand) kann der St. Peter-Ording-Sand nicht weiter nach Osten wandern. Trotzdem unterliegt auch der Sand von St. Peter-Ording kontinuierlicher Veränderungen. Seit 1949 wuchs die Sandbank insgesamt auf und war in ihrer grundsätzlichen Lage stabil, wobei sich immer wieder mehrjährige Wachstums- und Anwuchsphasen abwechselten. Aktuell verlagert sich die Sandbank in der Mitte landeinwärts, während der Sand weiter nördlich bzw. südlich anwächst. © Martin Stock Dünen außendeichs Seit den 1970er Jahren haben sich an der Ostseite des Außensandes aus kleinen Sandanhäufungen eine Kette aus hohen Weißdünen entwickelt. Diese Dünen haben mittlerweile eine Höhe von 11 Metern erreicht und verändern sich kontinuierlich weiter. Diese Dynamik macht Weißdünen auch zu einem besonderen Lebensraum, in dem nur spezialisierte Tier- und Pflanzenarten dauerhaft überleben können. Dünen sind auch wichtig für den Küstenschutz: Während einer Sturmflut bieten die Weißdünen einen natürlichen Sturmflutschutz. Zusätzlicher Vorteil: Dünenabbrüche können sich nach einer Sturmflut durch neuen Sandanflug wieder regenerieren. © Martin Stock Salzwiese mit Priel Zwischen den alten Dünen und den vorgelagerten Sandbänken befinden sich Salzwiesen (bzw. „Sand-Salzmarschen“) mit weitgehend natürlichen Prielstrukturen sowie mehrere Strandseen. Die Übergänge von den Salzwiesen hin zu Dünenvegetation, Trockenrasen, Schilfröhrichten, Weidengebüschen und Feuchtgrünland weisen eine herausragende Artenreichtum auf, an den landesweit höchstens die Salzwiesen auf einigen der Wattenmeerinseln heranreichen. © Martin Stock Deich Die Ortslage von St. Peter-Ording ist durch Deiche geschützt. Dabei wechseln sich Deiche mit einer Asphaltoberfläche sowie „grüne“ Deiche mit einer Überflächenvegetation, z. B. aus Gräsern und Klee, ab. Davon werden einige Abschnitte beweidet. Eine weitere Besonderheit: Im Ortsteils Bad übernimmt kein Deich, sondern das Dünensystem Maleens Knoll den Schutz vor Überflutungen des Hinterlandes. © Martin Stock Dünen binnendeichs Landeinwärts hinter dem Deich liegen Grau- und Braundünen. Sie stellen ein älteres Stadium im Entwicklungsprozess von Dünen dar. Sie entwickeln sich aus Weißdünen, wenn mit der Zeit der Sandanflug abnimmt, sich eine dichte Vegetationsdecke bildet und sich abgestorbenes Pflanzenmaterial im Boden ansammelt. Durch die Aufforstung und die Ortsentwicklung sind heutzutage nur noch wenige dieser ursprünglich vorhandenen Dünenflächen vorhanden. Zum Erhalt dieser Dünenflächen setzt das Projekt „Sandküste“ umfangreiche Naturschutzmaßnahmen um. © Martin Stock Dünenwald Ein Dünenwald stellt normalerweise die letzte Stufe im Entwicklungsprozess einer Düne dar. In St. Peter-Ording ist der Dünenwald jedoch nicht natürlich entstanden, sondern entstand im Rahmen von Aufforstungen seit 1864. Ziel der Aufforstungen war es u.a., die Flächen dahinter vor Übersandung zu schützen. Dazu pflanzte man zunächst standortfremde Schwarzkiefern, dann Bergkiefern, Pappeln, Birken, Erlen und einige Eichen. Insbesondere die standortypische Eiche konnte sich jedoch nicht durchsetzen, weshalb der Dünenwald von St. Peter-Ording weiterhin ein Nadelwald mit Schwarz- und Bergkiefern ist. © Martin Stock Wattenmeer | | | | | | Dünen außendeichs
Außensand
Salzwiese mit Priel Deich Dünen binnendeichs
Dünenwald | Abbildung: Rabe Landschaften & Projektteam „Sandküste“

Einblicke in die Artenvielfalt von St. Peter-Ording