Naturschutz

Die Küstenlebensräume von St. Peter-Ording stellen einen einzigartigen Hotspot der Artenvielfalt mit einer Vielzahl seltener Arten dar. Mit Blick auf die Herausforderungen sind jedoch Wiederherstellungs- und Aufwertungsmaßnahmen notwendig, um diese Lebensräume langfristig zu erhalten.

Ziel „Natürlichkeit und Artenvielfalt“

Große Teile der Küstenlebensräume von St. Peter-Ording sollen in ihrer Natürlichkeit verbessert, in ihrem Erhaltungszustand in einen „sehr günstigen“ Zustand erhöht sowie ihre Vernetzung verbessert werden, um die standorttypische Artenvielfalt langfristig zu bewahren bzw. wiederherzustellen.

© Dr. Hans-Ulrich Rösner

Dünen offenhalten

Binnendeichs soll in den verbliebenen offenen Dünenflächen durch gezielte Offenhaltungsmaßnahmen die Naturnähe wieder erhöht werden. Dazu soll z. B. in einigen Bereichen kleinflächig die geschlossene Vegetationsdecke abgetragen werden, um Sandflächen wiederherzustellen, auf denen dünentypische Pflanzenarten wieder auskeimen können. Auch das invasive Kaktusmoos, das sich in einigen Abschnitten bereits großflächig auf den Dünen ausgebreitet hat, soll durch diese Maßnahmen zurückgedrängt werden. Darüber hinaus sollen gezielt Gehölze, beispielsweise Kiefern oder die eingeschleppte Spätblühende Traubenkirsche, aus den offenen Dünenflächen entfernt werden.

Aufwertung des Dünenwaldes

Der relativ artenarme Kiefernwald soll langfristig zu einem klimastabilen und artenreichen Mischwald, mit der Eiche als Hauptbaumart, umgebaut werden. Dazu müssen die bestehenden Waldbestände aufgelichtet werden, damit die Eichenkeimlinge bzw. Jungeichen ausreichend Licht zum Wachsen haben. Zusätzlich sollen Eicheln ausgebracht werden, um die Anzahl an Eichenkeimlingen in den Dünenwäldern zu erhöhen und den Waldumbauprozess zu verstärken. Dazu werden die Eicheln in „Hähersaatkästen“ (rechts im Bild) ausgelegt, aus denen der Eichelhäher die Eicheln entnimmt und im umliegenden Dünenwaldboden als Wintervorrat versteckt. Für ein gutes Wachstum der Eichenkeimlinge ist zudem eine Regulation der Wildbestände wichtig, damit die Jungpflanzen nicht durch Rehwild verbissen werden.

© Jannes Fröhlich
© Patras Scheffler

Hilfsmaßnahmen für die Zauneidechse

Die Zauneidechse wurde zuletzt in den Dünenflächen von St. Peter-Ording kaum noch nachgewiesen. Als streng geschützte Art soll die Zauneidechse auch zukünftig in den Dünenflächen erhalten bleiben. Durch die Schaffung von offenen Sandflächen sowie Sonnen- und Versteckmöglichkeiten sollen die Zauneidechsen gefördert werden. Zudem soll die Größe der Population durch eine Bestandsanalyse untersucht werden. Sollte sich die Population als zu klein, bzw. als auf Dauer nicht stabil erweisen, wäre zudem ein Zuchtprogramm denkbar.

Vernetzung der Flächen herstellen

Die aktuell stark zergliederten Dünenflächen sollen durch Vernetzungsmaßnahmen besser verbunden werden. Dazu werden besonnte Vernetzungskorridore durch die Waldflächen angelegt. Diese Korridore erfüllen gleich drei Ziele: Sie verbinden offene Dünenflächen miteinander, sie können als Bewirtschaftungsgassen für Waldarbeiten genutzt werden und sie stellen Brandschutzschneisen dar. Zusätzlich werden Konzepte entwickelt, wie man auch die Vernetzung über Straßen oder den Deich hinweg verbessern kann.

© Dr. Martin Stock
© Archiv der AG Ortschronik St. Peter-Ording

Maßnahmenerfolge nachhaltig sichern

Auch nach Ende des Projektes werden in den offenen Dünenflächen weiterhin Maßnahmen notwendig sein, um die im Projekt entstandene Strukturvielfalt und Vernetzung der Flächen zu bewahren. Eine Methode dafür ist eine extensive Beweidung (z.B. durch Schafe), wie sie in St. Peter-Ording bis in die 1950er Jahre etabliert war. Aufbauend auf den Erfahrungen anderer Naturschutzprojekte zur Beweidung von Dünenflächen wird untersucht, ob und in welcher Form Beweidung in St. Peter-Ording zur Dünenpflege eingesetzt werden kann.

Durchführender Projektpartner & Ansprechpartner

Deich- und Hauptsielverband Eiderstedt

Naturschutzgesellschaft Schutzstation Wattenmeer e.V.
Sabine Gettner

WWF Deutschland, Wattenmeerbüro
Jannes Fröhlich, Annkatrin Weber & Anja Piening

Kontakt

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